Nr. 126 vom 31. Mai 2000
Wiehl – „Man muss schon drauf stehen, aber dann ist es richtig geil !“
Der smarte junge Mann der das sagt, ist ein Vertreter der eher kleinen Fraktion der Teens und Twens auf der Blues Night im Rahmen der Wiehler Jazz-Tage, und er spricht natürlich vom Blues. Es gibt sie noch die „Überzeugungstäter“ und am Montag war die Wiehltalhalle voll von ihnen, gab es doch zwei wirkliche Leckerbissen zu genießen: B.B.& The Blues Shacks aus Hildesheim und die Blues Company aus Osnabrück.
B. B. & The Blues Shacks haben sich in den letzten Jahren in der Blues Szene als Top Act etabliert. Die zahlreichen Awards und Auftritte (jährlich 150 Konzerte in Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Skandinavien) sprechen für sich.
Schon an der Besetzung (Gitarre, Kontrabass, Schlagzeug, Mundharmonika) war zu erkennen: B.B.& The Blues Shacks stehen für den Blues der alten Schule. Und so gab es denn auch jede Menge Hits und Juwelen aus den 40ern und 50ern zu hören.
Nicht wirklich eingefleischten Fans wird die Musik des Quartetts etwas zu puristisch gewesen sein, was der großartigen Stimmung nicht schadete.
B. B. & The Blues Shacks sind grandiose Musiker – aber sie bilden sich nichts darauf ein.
Sie begreifen das Publikum als Partner. Mit Vorliebe stehen sie ganz vorne am Bühnenrand, gehen auch schon einmal mit dem Instrument in die Menge. Sie können sich völlig in ihre virtuosen Improvisationen verlieren – und geben dabei dem Publikum dennoch das Gefühl, ganz für es da zu sein. Der Energy-Flow zwischen Künstler und Publikum stimmt einfach.
Das ist das entscheidende bei B.B.& The Blues Shacks. Sie haben ein Anliegen, dass sie dem Publikum vermitteln wollen: den Blues. Das tun sie ohne missionarischen Ernst und mit einer energiegeladenen fast schon wilden Bühnenshow. So präsentierten sich B.B.& The Blues Shacks als „ehrliche“, hart arbeitende Musiker mit verschwitztem Shirt und unheimlich viel Bewegung auf der Bühne.

